Immobilien in den Alpen: Boom in den Bergen

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Wer kennt es nicht, das „Alpenpanorama“? Im Morgenprogramm des Fernsehsenders 3sat werden via Live-Cam stets die angesagtesten Domizile in den Alpen gezeigt. Das „Alpenpanorama“ macht Appetit auf mehr. Und tatsächlich: Immobilien verschiedener Kategorien in den Alpen sind gefragter denn je. In den Alpenanrainerstaaten Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien boomt das Geschäft mit Immobilien.
Beispiel: Das „Biergartenland“, die Region um Spitzing- und Schliersee und weiter bis zum Tegernsee, vom malerischen Tölzer Land bis nach Garmisch- Partenkirchen. Hier locken Bauernhöfe mit Panoramablick, grüne Wiesen und unberührte Natur. Im August 2009 meldete Garmisch sogar einen neuen Besucherrekord. Im österreichischen Kitzbühel, dem Wohnort von „Fußball-Kaiser“ Franz Beckenbauer, sieht es ähnlich aus. Hier gibt es mittlerweile 23 Golfplätze und ein Ende des Bau-Booms ist nicht in Sicht. Davos in der Schweiz zählte im Juni dieses Jahres zehn Prozent mehr Übernachtungen als 2008 und auch in Südtirol (Italien) wurde mit 5,4 Millionen Touristen wieder eine Rekordmarke geknackt.
Die Alpen sind erste Adresse für den Urlaub und auch der Markt für Ferienimmobilien legt derzeit mächtig zu. „Die Preise sind stabil und sogar steigen“, sagt Immobilienprofi Jörg Buchen, Vorstand von Engel & Völkers, „der Trend in die Alpen überlagert die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise.“
Doch die Idylle hat ihren Preis: Für ein Haus in Österreichs In-Domizilen zahlt man das Doppelte wie in Deutschland, in Top-Lagen muss sogar noch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Ähnlich ist es bei den Nobelorten in der Schweiz. Die Südtiroler Hauspreise liegen hingegen momentan nur leicht über den deutschen Vergleichswerten. Doch auch bei Immobilien in Südtirol erwarten Experten einen Anstieg der Preise. Wohnungen in Südtirol sind in der Regel etwas günstiger zu haben.
Ungeachtet des Booms sind die Alpenländer jedoch nicht an einem Ausverkauf ihre Immobilien in verschiedenen Kategorien interessiert. Der Erwerb durch ausländische Käufer soll reglementiert werden. In vielen Teilen Österreichs gibt es daher die Pflicht, eine Immobilie dauerhaft selbst zu bewohnen oder sie wenigstens zu vermieten. Wer das Objekt weite Teile des Jahres leer stehen lässt, bekommt Ärger mit den Behörden.
In der Schweiz gibt es eine Art „Kontingent für Erwerbsgenehmigungen“, erlaubt wird also immer nur der Verkauf einer bestimmten Anzahl von Immobilien. Kaufinteressenten aus dem Ausland müssen bei den Eidgenossen meistens viel Geduld aufbringen. Gleiches gilt für Südtirol: Hier sind bestimmte Wohnungen ausschließlich Einheimischen vorbehalten. Diese „Konventionierung“ soll den „Ausverkauf der Heimat“ verhindern. Die künstliche Verknappung sorgt daher für stark überhöhte Preise bei frei gehandelten Objekten. „Diese Maßnahmen“, weiß Immobilienprofi Buchen, „ verhindert in den drei Ländern meist nicht den Kauf, macht ihn aber mühsamer. “
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