Geldanlage: Immobilien als Inflationsschutz?

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise trifft Deutschland derzeit hart. Die Krise wirft auch die Frage, wonach sich Immobilien als Inflationsschutz eignen, neu auf. Aktuelle Studien belegen dabei, dass sich ein genereller Inflationsschutz nicht nachweisen lässt, dass jedoch bei gut verwalteten Wohnungsbeständen teilweise ein signifikanter Schutz vor Inflation gegeben ist.

Immobilien bieten nur einen bedingt guten Inflationsschutz. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen der Forschungsgesellschaft BulwienGesa AG, die im Auftrag der Münchener GBW, der mit fast 34.000 Wohnungen größten Wohnungsgesellschaft im Bundesland Bayern, durchgeführt wurden. Dabei sind die Miet- und Preisentwicklungen in 125 Städten seit Mitte der Siebzigerjahre anhand eines aktiv verwalteten Portfolios unterschiedlicher Objekte mit Zu- und Verkäufen nachgebildet und berücksichtigt worden.

Die Gesamtrentabilität von gut verwalteten Wohnimmobilienbeständen – wichtigste Gesichtspunkte sind dabei Mietüberschüsse und Wertentwicklung der Gebäude – liegt in Deutschland mit Ausnahme der Jahre 1996/97 seit 1995 dauerhaft über der Inflationsrate. Sie erreicht mit jährlich 5,8 Prozent einen deutlich höheren Wert als die Inflation, die jährlich bei 1,4 Prozent liegt. „Wohnimmobilien bieten jedoch keinen generellen Inflationsschutz“, erklärt Udo Scheffel, Vorstandsvorsitzender der GBW-Gruppe, gegenüber FAZ.net. Bezogen auf die reine Miet- und Preisentwicklung, so Scheffel, entwickelte sich seit 1975 „nur der Wohnungssektor in den alten Bundesländern mit einer Zunahme von 141 Prozent besser als die Inflation“, die in diesem Zeitraum eine auf eine Steigerung von 130 Prozent kam.

Inflationsschutz für Immobilien
hängt nach Meinung von Experten vor allem vom Standort ab. Die Mieten und die Kaufpreise für Immobilien sind seit 1975 vor allem in den alten Bundesländern und hier insbesondere im Süden stärker gestiegen als die Inflation. „Ein Vergleich des Preisniveaus zeigt überdurchschnittliche Werte im Süden und Westen, aber unterdurchschnittliche Werte im Norden und Osten“, erläutert Udo Scheffel.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigt die Ergebnisse von BulwienGesa, wonach Wohnimmobilien sich weniger schwankungsanfällig entwickeln und daher besser als Inflationsschutz geeignet sind als Gewerbeimmobilien. Im langfristigen Vergleich ist der Wohnimmobilienindex in Westdeutschland seit 1975 auf 241 Punkte geklettert, der Gewerbeimmobilienindex erreichte lediglich 203 Punkte, während die Inflation sich in diesem Zeitraum von 100 auf 230 Indexpunkte erhöhte.

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