Gewerbeimmobilien: Belebung am deutschen Investmentmarkt

Der Optimismus kehrt allmählich an den deutschen Immobilieninvestmentmarkt zurück. Angesichts vielfältiger Stützungsmaßnahmen in Form von Staatsgarantien, Rettungsaktionen für den angeschlagenen Bankensektor und für einen Teil der stark vom Export abhängigen deutschen Wirtschaft sowie ungewöhnlich schnell lancierter Konjunkturprogramme hat der Investmentmarkt für gewerbliche Immobilien im dritten Quartal 2009 mit mehr als 2,7 Milliarden Euro wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies ein Plus von knapp 67 Prozent.

Insgesamt wurden laut dem Immobilienberatungsunternehmen CB Richard Ellis (CBRE) in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 über 6 Milliarden Euro in Deutschland investiert, wobei hierfür im Wesentlichen einheimische Investoren wie offene Immobilienfonds, Spezialfonds und private Investoren mit einer breiten Eigenkapitalausstattung einstiegen. Die Anleger strahlen nach wie vor Zuversicht bezüglich der Stabilität der deutschen Wirtschaft im Allgemeinen und bezüglich des gewerblichen Immobiliensektors im Besonderen aus. Somit sieht CBRE für das Jahresendquartal und auch für die erste Jahreshälfte 2010 eine höhere Dynamik am deutschen Investmentmarkt.

„Wir erwarten deutlich mehr Transaktionen im vierten Quartal und vor allem in der ersten Jahreshälfte 2010“, erläutert Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland, „wobei auch wieder zunehmend mit großvolumigen Deals zu rechnen ist. Insgesamt gehen wir von einem Investmentvolumen von rund 10 Milliarden Euro bis zum Jahresende 2009 aus. Der weiterhin hohe Anlagedruck bei institutionellen Investoren“.

Der Fokus lag im dritten Quartal bei den getätigten Investitionen weiterhin auf Core-Immobilien mit geringem Risikopotenzial. Die Investitionstätigkeit wird jedoch stark durch die geringe Produktverfügbarkeit erstklassiger Objekte in Toplagen limitiert, die beispielsweise an Mieter höchster Bonität voll vermietet sind und über lange Mietvertrags-Restlaufzeiten verfügen.

Geht es rein nach der Nutzungsart, so konzentrierte sich die Nachfrage im dritten Quartal auf Einzelhandelsimmobilien. Hier wurde mit 1,23 Milliarden Euro etwas mehr als in Büroobjekte investiert (1,15 Milliarden Euro), was u. a. aus den Käufen des „Mercado“-Einkaufszentrums in Hamburg-Altona, des projektierten Einkaufszentrums „Neues Thier-Areal“ in Dortmund und „Die Mitte“ in Berlin resultiert. Zu den Topdeals gehört auch der Verkauf der „Lenbach-Gärten“ in München für rund 200 Millionen Euro.

„Neben Investments in die drei klassischen Nutzungsarten registrieren wir auch ein sehr großes Interesse an Wohnungsportfolios mit gewerblicher Ankaufstruktur“, so Fabian Klein, „bei Investitionen in dieser Assetklasse sind auch Banken zumindest eher bereit, die Finanzierung zu stellen.“

Die aktuellen Zahlen zeigen die Attraktivität der Topmärkte. Mit über einer Milliarde Euro in den bisherigen drei Quartalen steht vor allem München im Fokus der Investoren. Neben diesen Investitionen wurden in der bayrischen Landeshauptstadt rund 250 Millionen Euro im Rahmen von gewerblichen Transaktionen mit wohnwirtschaftlichem Schwerpunkt angelegt. An zweiter Stelle folgt Berlin mit Investitionen in gewerbliche Immobilien in Höhe von 849 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden in der Hauptstadt allein im Rahmen von Portfoliotransaktionen 425 Millionen Euro in Wohnimmobilien investiert. An dritter Stelle folgt Hamburg mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 743 Millionen Euro. Mit rund 426 Millionen Euro waren die Aktivitäten am Frankfurter Investmentmarkt in den vergangenen neuen Monaten dagegen sehr verhalten.

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