Gewerbeimmobilien: Wien und die große Flaute
Im ersten Halbjahr 2009 wurden in Wien rund 145.000 Quadratmeter Bürofläche neu angemietet. Das teilte der Immobiliendienstleister CB Richard Ellis (CBRE) mit. Dies, so das Unternehmen, entspreche einem Rückgang um rund 19 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem ca. 180.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet wurden.
„Damit ist der Trend der letzten fünf Jahre beendet und wir nähern uns langsam wieder dem Niveau der ersten Jahre des Jahrtausends“, kommentiert Andreas Ridder, Geschäftsführer CB Richard Ellis Österreich, die Vermietungen des ersten Halbjahres, „so wurden beispielsweise im ersten Halbjahr 2004 rund 125.000 Quadratmeter vermietet“.
Zu den größten Vermietungen in Wien in den ersten sechs Monate zählen die von Nokia Siemens Network in Erdberg (rund 6.900 Quadratmeter), Mc Fit im Norden von Wien mit ca. 2.400 Quadratmeter sowie CSC – ebenfalls im Norden der Stadt – mit ca. 2.600 Quadratmeter. Zwei große Vorvermietungen in der Bürolage Prater wurden von Pharma- bzw. Biotech-Konzernen getätigt.
Augenfällig: Im ersten Halbjahr wurden in Wien keine Neuprojekte fertig gestellt, einige Immobilien erfuhren jedoch eine Generalsanierung. Auf die Leerstandsrate wirkt sich dies – vor allem aufgrund der relativ stabilen Vermietungsleistung im zweiten Quartal – positiv aus. „Die Leerstandsrate in Wien liegt nach Angaben von CBRE nun bei rund 4 Prozent“, so Andreas Ridder, „dies kommt einem historischen Tiefststand nahe und ist auch im internationalen Vergleich bemerkenswert.“
Für das zweite Halbjahr 2009 erwarten Immobilienprofis wie Andreas Ridder einige größere Fertigstellungen. Die neue ÖGB-Zentrale wird auf mehr als der Hälfte des ca. 40.000 Quadratmeter großen Bürogebäudes Catamaran einziehen. Am Officecampus Marximum verhandelt man bereits über einen substanziellen Anteil der insgesamt 40.000 Quadratmeter Bürofläche.
Die Mietpreise in der charmanten Wiener City liegen aktuell noch bei bis zu 22,50 Euro pro Quadratmeter monatlich. Bis Jahresende wird diese Spitzenmiete nach Ansicht der CBRE-Experten auf ca. 22,00 Euro pro Quadratmeter monatlich sinken. „Prognosen sind in Zeiten wie diesen nicht ganz einfach, aber wir rechnen mit einer Vermietungsleistung bis zum Jahresende in Wien von bis zu 295.000 Quadratmeter. Dies bedeutet eine Reduktion von rund einem Viertel gegenüber den starken Jahren 2007 und 2008”, erklärt Andreas Ridder. Obwohl das Interesse der deutschen offenen Immobilienfonds am österreichischen bzw. Wiener Markt nach wie vor groß ist, so der Immobilienexperte Ridder weiter, sei das Investitionsvolumen massiv eingebrochen, vor allem im zweiten Quartal 2009, in dem insgesamt nur noch vier Transaktionen im Gesamtwert von rund 150 Millionen Euro verzeichnet wurden.
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent weniger in Wiener bzw. in Immobilien in Österreich investiert als im Vergleichszeitraum 2008. Während im ersten Halbjahr 2008 noch rund 1,1 Milliarden Euro in heimische Immobilien flossen, waren es von Januar bis Juni 2009 nur noch rund 800 Millionen Euro.
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