Heimat in der Fremde

Es wird viel darüber geredet, wie wichtig es für Arbeitnehmer heutzutage ist, mobil und flexibel zu sein. Und die Stellenanzeigen bestätigen das. Gesucht: Computerspezialist, „ideenreich und mobil“. Gesucht: Betriebswirt, „persönlich flexibel und mobil“. Die fast grenzenlose Bereitschaft, ständig zu reisen, wird von Firmen inzwischen häufiger verlangt, als fachliche Kompetenz. Was heute viele Arbeitnehmer beklagen, ist für die Berufsgruppe der Monteure aber schon lange normale Praxis. Um den Unsteten kurzzeitig eine Heimat zu bieten, hat sich eine kleine Industrie für Zimmervermittlungen gebildet.

Mobil sein ist alles

Die zunehmende Anforderung an Arbeitnehmer mobil zu sein, kann auch Franz-Josef Nuss von der Personalberatung Roland Berger + Partner bestätigen. “Vor 15 Jahren haben bei Neueinstellungen von zehn Firmen nur zwei oder drei absolut auf Mobilität bestanden, heute sind es schon 70 Prozent.” Was nun immer mehr auch Angestellte im mittleren und oberen Management beklagen, ist für manche Berufsgruppen jedoch schon lange Routine. Monteure, die überall auf der Welt gerufen werden, wenn es um das planmäßige Zusammensetzen von Bauteilen geht, sind es gewohnt, in ständig wechselnden Betten zu schlafen. Und sie müssen manchmal in die abgelegensten Regionen reisen. „Auf Montage gehen“ ist deshalb auch ein geflügeltes Wort dafür geworden, wenn ein Handwerker längere Zeit von seinem Wohnort entfernt arbeitet.

Ein Leben mit wenig Konstanten

Ob Elektroanlagenmonteur, Kranmonteur oder Monteur für Photovoltaikanlagen, Frauen und Männer, die diesen Beruf ergreifen, müssen sich darauf einstellen, oft weit weg von der Familie zu sein und auch an ihren wechselnden Arbeitsplätzen keinen festen Kollegenkreis haben. Das verlangt die Fähigkeit, sich immer wieder auf Neues einstellen zu können, immer wieder neue Kontakte aufzubauen und selbstständig zu sein. Eine gemütliche Bleibe für kurze Zeit, in die man gerne nach der Arbeit heimkehrt, ist da eine willkommene Adresse.

Gemütlichkeit ist wertvoll

Oft ist es nur ein Container, besonders im Ausland, den sich ein Monteur mit mehreren Kollegen teilen muss. Ob das die Kameradschaft fördert, ist fraglich, denn Raum zum Rückzug bleibt wenig. Bei Aufträgen innerhalb Deutschlands ist die Wohnsituation oftmals besser. Denn hier hat sich eine kleine Industrie um die pendelnden Handwerker gebildet. Ob Monteurzimmer in Lübeck oder Monteurwohnung in Hamburg – private und professionelle Anbieter stellen den Unsteten für kurze Zeit eine Heimat zur Verfügung, die ein bisschen Gemütlichkeit und Privatheit bietet.

Hilfe bei der Zimmersuche

Weil das Internet eine wahre Flut an Unterkünften für reisende Handwerker bietet, kann es ein zeitaufwendiges Unterfangen sein, ein freies, günstiges Zimmer zu finden. Vermittlungsagenturen und Suchseiten bieten da Abhilfe. Großer Vorteil solcher Zimmer ist die private Note beim Wohnen. Nicht die anonyme Umgebung eines Hotelzimmers empfängt einen nach einem langen Tag, sondern die Freundlichkeit eines privat eingerichteten Heimes. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit den Besitzern zu klönen und sich von diesen über die Umgebung, nette Lokalitäten oder schöne Naherholungsgebiete informieren zu lassen. Und ein klein wenig Geborgenheit in der Fremde ist für die Reisenden schließlich besonders wertvoll.

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One Response to “Heimat in der Fremde”

  1. Monteure haben es heut zu Tage wirklich sehr schwer! Schön, dass es Portale gibt, die Monteuren wenigstens ein bisschen Arbeit abnehmen!

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