Immobilien-Attraktivität: Stuttgart vorn

Das Deka-Städteranking 2009 sieht die beiden süddeutschen Metropolen Stuttgart und München ganz vorn. Frankfurt am Main und Düsseldorf wurden hingegen von den Spitzenpositionen verdrängt, während Ulm quasi aus dem Stand auf Rang 6 kam. Das berichtet das Fachmagazin Immobilien Manager.

Methodik des Rankings: Um die Immobilien-Attraktivität einzelner Städte zu bewerten, unterscheidet Deka insgesamt sechs Kriterien: Arbeitsmarkt, Wohlstand, Demografie, Zentralität, Lebensqualität und Stabilität. In diese sechs „Säulen“ gehen verschiedene „harte“ Faktoren der Arbeitsmarktentwicklung und regionale Wertschöpfung sowie regionale Besonderheiten mit ein.

In Frankfurt am Main und in Düsseldorf, den Siegern des Deka-Städterankings 2008, macht sich die Finanzkrise stärker bemerkbar als an anderen Immobilienmärkten. An den wichtigsten Bankenstandorten in Deutschland hatte die Krise entsprechende Folgen für das Beschäftigungswachstum und die Konsumausgaben.

Ganz anders Stuttgart: Abgesehen von einer größeren Konjunkturanfälligkeit durch die hohe Industriepräsenz hat die baden-württembergische Landeshauptstadt nur wenige Kritikpunkte. Stuttgart glänzt durch eine Vielzahl an Fachkräften, niedriger Arbeitslosigkeit, hoher Kaufkraft und guter Erreichbarkeit. Stuttgart auf Rang 1 – aus Sicht des Immobilien Manager ein überraschendes Ergebnis: „Wer hätte das gedacht? Stuttgart gewinnt das Ranking der Immobilienstandorte“, so Christoph Hardebusch, Chefredakteur des Immobilien Manager, „die in Jahrzehnten und Jahrhunderten aufgebaute, solide Basis der Tüftlerstadt übersteht die Krise mit geringsten Blessuren.“

München kann nicht nur eine Vielzahl an exklusiven Immobilien aus verschiedensten Epochen vorweisen, sondern auch ein hohes Bevölkerungswachstum und ausgezeichnete Lebensqualität. Die „Weltstadt mit Herz“ ist nach wie vor sehr gefragt.

Geht es um Zentralität, so ist Frankfurt klar im Vorteil. Die Hessen-Metropole profitiert von einer hohen Beschäftigungsquote und optimaler Erreichbarkeit. Auf Rang 5 hinter Stuttgart, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf landete Köln. Der Domstadt fehlte im Deka-Städteranking 2009 nur ein Punkt, um den rheinischen Nachbarn Düsseldorf von Platz 5 zu verdrängen. Düsseldorfs Vorzüge liegen laut Immobilien Manager (Ausgabe 12/2009) eindeutig in der „hohen Diversifizierung seines Dienstleistungssektors, hoher Kaufkraft und Zentralität in Form des stadtnahen Flughafens.“ Geht es rein um demografische Gesichtspunkte, so liegen die Vorteile bei Köln. Das Bevölkerungswachstum ist weitaus höher als in Düsseldorf.

Neueinsteiger Ulm gelang es, sich dank einer niedrigen Arbeitslosigkeit und hoher Beschäftigungsquote unter den ersten 10 im Deka-Städteranking 2009 zu platzieren. Nur die Zentralität macht der Stadt an der Donau zu schaffen.

Wo bleiben der Norden und der Nordosten? Hamburg und Berlin landeten auf den Plätzen 7 und 8. Während Hamburg, das „Tor zur Welt“ mit ehrgeizigen Immobilienprojekten und hoher Lebensqualität punkten konnte, leidet Berlin („Arm aber sexy“) nach wie vor an der schlechten Situation auf dem Arbeitsmarkt. Dafür punktet die Bundeshauptstadt in Sachen Kulturangebot. Auf diesem Gebiet ist Berlin mit seinen vielen Theater- und Kleinkunstbühnen (u. a. Berliner Ensemble, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Theater des Westens, Friedrichstadtpalast) bundesweit absolut führend.

Nürnberg rangiert auf dem neunten Platz. Die Stadt an der Noris präsentierte sich 2009 stabil, lediglich strukturelle Schwächen und ein niedriger Bildungsgrad verhinderten eine bessere Platzierung.

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