Immobilien: Bewertungen trotz Finanzkrise auf hohem Niveau

Ungeachtet der derzeit herrschenden Wirtschafts- und Finanzkrise und konstanter Unsicherheit auf den internationalen Immobilienmärkten bleibt die Präzision bei Immobilienbewertungen hoch. Die Mehrheit der erzielten Verkaufserlöse liegt innerhalb einer Schwankungsbreite von etwa 10 Prozent. Das geht aus einem aktuellen Report von RICS hervor.

Wie der RICS in seinem Valuation and Sale Price Correlation Report 2009 festhält, hat es einen Einbruch bei den Transaktionen und den volatilen Immobilienpreisen in dieser Größenordnung bisher noch nicht gegeben. Transaktionen und volatile Immobilienpreise sind somit zwei wichtige Faktoren, mit deren Hilfe die Bewertungskompetenz getestet werden kann. Um diese zu prüfen, wurden die Bewertungsansätze von den RICS-Immobilienprofis mit den Verkaufserlösen im Jahr 2008 verglichen und in einem Report für die Immobilienmärkte in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien zusammengefasst.

Zentrales Ergebnis: Die Niederlande erzielten hierbei das genaueste Resultat. In den Niederlanden lagen 62,4 Prozent der Bewertungen innerhalb einer 10 Prozent-Schwankungsbreite, im Jahr 2007 hatte dieser Wert im Königreich noch 50 Prozent betragen, 85,3 Prozent liegen in einer Schwankungsbreite von 20 Prozent.

In Deutschland lagen 60 Prozent der Bewertungen für Immobilien innerhalb einer Schwankungsbreite von 10 Prozent. Im Jahr 2007 hatte dieser Wert noch bei 47,6 Prozent gelegen. Großbritannien erreichte einen Wert von 59,5 Prozent. 2007 betrug dieser auf der Insel noch 60,4 Prozent. Frankreich erzielte Werte von 49,3 Prozent für 2008 und 40,2 Prozent für 2007.

Liquiditätsengpässe auf den gewerblichen Immobilienmärkten sorgten in den in die Betrachtung miteinbezogenen Ländern für einen Preissturz bei Immobilien. Die konkrete Situation gestaltete sich dabei in den verschiedenen Ländern höchst unterschiedlich. Der stärkste Preisrückgang wurde in Großbritannien mit einem Minus von durchschnittlich 26,3 Prozent erreicht, gefolgt von Frankreich mit einem Minus von 6,0 Prozent und den Niederlanden und Deutschland. Hier lag der Rückgang bei 1,7 bzw. 1,4 Prozent.

„Trotz des wirtschaftlichen Umfelds sind die Bewertungen präziser geworden und dies bei gleichzeitig deutlich geringeren Transaktionen. Daraufhin haben steigenden Renditen zu einem wieder anwachsenden Interesse von Investoren an Immobilien insbesondere in Großbritanien geführt“, erklärt Gerrit Leopoldsberger, Vorsitzender der Professional Group Valuation der RICS Deutschland, „unsere Profession hat es geschafft, diese Umsätze abzubilden.“

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