Immobilien: Blick auf Universitätsstädte

Die Abteilung „Residential Valuation“ des Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) hat die wohnwirtschaftlichen Daten aller 413 Stadt- und Landkreise in Deutschland ausgewertet und diese Ergebnisse in einzelnen Berichten zusammengefasst. So entstand ein umfassender Überblick über die aktuelle Situation auf den Wohnungsmärkten bundesweit.

Neben der Auswertung von mehr als einer Million anonymisierten Bestandsmieten und Neuabschlüssen aus den Jahren 2007 bis 2009 sind in den einzelnen Reports unter anderem sozioökonomische Eckdaten, Baufertigstellungen, Ergebnisse der lokalen Gutachterausschüsse sowie Kennzahlen aus begleiteten Transaktionen zu finden. 

Mit Hilfe dieser Informationen wurde ein bundesweites Chancen-Risiko-Profil erstellt. Wichtigste Erkenntnis: Die westdeutschen Universitätsstädte wie Darmstadt, Erlangen, Ingolstadt, Mainz und Augsburg finden sich in diesem Ranking auf den vorderen Plätzen. Die meisten Transaktionen im Wohnimmobilienbereich fanden bis 2008 vor allem in den ostdeutschen Bundesländern und den westdeutschen Flächenstaaten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. Grund: Die Veräußerungen von kommunalen und industriellen Wohnungsbeständen. Durch die ungünstigen Konditionen für die Finanzierung großvolumiger Investments sowie der schwachen Performance problembehafteter Immobilien in wirtschaftlich schwierigen Regionen agieren Investoren derzeit kleinteiliger. Transaktionen finden demnach eher auf Einzelobjekt- oder Kleinportfolioebene und vor allem gezielter hinsichtlich Objekt- und Lagequalität statt.

„Die führenden Investitionsstandorte, die über eine günstige Kaufpreis-Mietertrags-Relation verfügen sind nicht die Großstädte wie Hamburg, München oder Berlin“, erläutert Michael Schlatterer, Wohnungsmarktexperte der Residential Valuation-Abteilung bei CB Richard Ellis in Deutschland, „hier stehen die westdeutschen Universitätsstandorte im Vordergrund. Von den ostdeutschen Städten ist nur Jena in der Spitzengruppe vertreten.“

Zentrales Element des Standort-Rankings ist eine Einschätzung zum Steigerungspotenzial des Marktmietpreises. Generell liegt die nominale Marktmietsteigerung im langjährigen Mittel – abhängig von Qualität und Standort – unter der Inflationsrate. In einigen Landkreisen wird sogar ein realer Rückgang des Marktmietniveaus verzeichnet.

Henrik Baumunk, Managing Director der Residential Valuation-Abteilung bei CBRE in Deutschland, ergänzt: „Wir sehen aufgrund der zahlreichen Update-Bewertungen, dass in den Wohnimmobilienportfolios strategischer Investoren die Leerstandsraten zum Teil erheblich gesenkt wurden und der Cashflow steigt.“ Bei opportunistisch orientierten Investoren, die hofften, innerhalb kurzer Zeit das Portfolio weiter veräußern zu können, so Baumunk weiter, sei die Performance zum Teil hinter den Erwartungen zurück geblieben und zwar meist durch fehlender Asset- und Property Management-Strukturen. Gerade im derzeitigen Marktumfeld, so der Immobilienprofi, sei neben einem funktionierenden Asset Management die Analyse der regional heterogenen Wohnimmobilienmärkte und die Ableitung entsprechender Handlungsstrategien die wichtigste Komponente zur Ertrags- und Wertsteigerung eines Portfolios.

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