Immobilien: Büromieten europaweit auf Talfahrt
Europa steckt weiterhin mitten in einer tiefen Rezession. Auch wenn es erste Anzeichen einer Verbesserung des Geschäfts- und Konjunkturklimas gibt, so wird bis zum Jahr 2010 wohl keine nachhaltige Erholung zu erwarten sein. Die Spitzenmieten für Büroflächen sind weiter gefallen und zwar langsamer allerdings als zu Anfang des Jahres. Das teilt der Immobilien-, Investment-, Beratungs- und Finanzdienstleister Jones Lang LaSalle (Frankfurt am Main) mit.
Der europäische Mietpreisindex von Jones Lang LaSalle, basierend auf der gewichteten Mietpreisentwicklung von 24 Index-Städten, ist im zweiten Quartal 2009 um 4,6% gesunken. Dieser Index umfasst die Städte Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel, Budapest, Den Haag, Dublin, Düsseldorf, Edinburgh, Frankfurt, Hamburg, London, Luxemburg, Lyon, Madrid, Mailand, Moskau, München, Paris, Prag, Rotterdam, Stockholm, Utrecht und Warschau.
Im Jahresvergleich liegen die Spitzenmieten durchschnittlich 15,4% niedriger als noch Ende Juni 2008. Die meisten europäischen Märkte verzeichneten Mietpreisrückgänge. Zu den Städten, die hohe Preisrückgänge zu verkraften haben, gehört Moskau mit einem Minus von 30 %, gefolgt von Dublin (-18) und Madrid (-10 %). In Moskau sind die Spitzenmieten nun 63 % niedriger als vor einem Jahr – ein Rekordverlust – gefolgt von London (-32 %). Beide Märkte haben im zweiten Quartal die sogenannte „Drei-Uhr-Position“ erreicht, den Höhepunkt fallender Mieten. Im Jahresvergleich liegen die Spitzenmieten nur noch in den Index-Städten Amsterdam (+1,5 %) und Prag (+2,3 %) im positiven Bereich. Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart lag die Spitzenmiete noch höher als vor einem Jahr (+2,9 %). Stabile Mieten im Jahresvergleich verzeichnen von den Index-Städten noch Düsseldorf, Edinburgh und Utrecht.
Unangenehmer Nebeneffekt dieser Entwicklung: Ein erheblicher Anteil der Büronutzer baut weiterhin Personal ab und versucht, Umzugskosten zu vermeiden. Andererseits sind einige Mieter bestrebt, sich die derzeitige Situation zunutze zu machen und sich qualitativ hochwertigere Flächen in besseren Lagen zu sichern. Die Gesamtnachfrage nach Büroflächen in Europa hat sich – auf niedrigem Niveau – leicht gebessert. Die Vermietungsvolumina erreichten im zweiten Quartal 2009 2,1 Mio. m², dies bedeutet einen Zuwachs von 9% gegenüber dem vorangegangenen Quartal, lagen jedoch 35% unter den im gleichen Quartal des Vorjahres verzeichneten Volumina und annähernd 30% unter dem Fünf-Jahres-Schnitt des jeweils zweiten Quartals.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
Kategorie: Immobilien Marktdaten

[...] Quartal um durchschnittlich 4,6% zurückgegangen. Im Jahresvergleich beträgt das Minus bei Büromieten sogar 15,4%. Als Basis der JLL-Berechnungen dient der europäische Mietpreisindex, der die [...]