Immobilien: Experten sehen Krise als Chance

Der „Krisengipfel“ stieg in Wiesbaden. Am 15. Juni 2009 trafen sich mehr als 200 Immobilien-Experten in der hessischen Landeshauptstadt, um sich im Rahmen der Fachveranstaltung ,,Business & Talk by Aengevelt: Immobilienkrise – Immobilienchancen?“ mit der Situation und den Perspektiven am deutschen Immobilienmarkt auseinanderzusetzen.

Die Themen der hochkarätigen Referenten und Diskutanten reichten von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung über Möglichkeiten der Fremdfinanzierung, die aktuelle Situation bei Angebot und Nachfrage sowie Anlagestrategien verschiedener Investoren-Gruppen. Ebenfalls im Fokus. Die zunehmende Bedeutung sogenannter „Green Buildings“ und die Sicht ausländischer, am deutschen Markt aktiver Investoren.

„Bei allen Unsicherheiten und komplexen Aufgaben stürzt uns die Krise nicht ins Chaos, sie eröffnet vielmehr die Chance auf Ordnung und Normalität“, so das insgesamt positive Fazit von Dr. Wulff Aengevelt.

Im Vortragsblock „Wo steht der deutsche Immobilienmarkt auf dem Weg aus der internationalen Finanzkrise?“ analysierte Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank AG zunächst in seinem Beitrag „Rezession, Finanzmarktkrise: Wie geht´ s weiter?“ die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und international. Sein Credo: „Die deutsche Wirtschaft ist vom Sturzflug in den Landeanflug übergegangen. Wenn die Frühindikatoren weiter steigen, könnte die Rezession im Herbst enden. Allerdings wird lediglich eine blutleere wirtschaftliche Aufwärtsbewegung folgen.“

Prof. Dr. Karl-Werner Schulte von der IRE/BS (Regensburg) präsentierte in seinem Vortrag „Green Buildings – Opfer oder Lösungsbeitrag in der Immobilienkrise?“ aktuelle Studien zu Klimaentwicklungen, den vielfältigen Vorteilen von „Green Buildings“ und ihrem Wertschöpfungspotential für die Immobilienwirtschaft, u. a. im Bereich zukünftiger Projektentwicklungen. Schultes Fazit: „Nachhaltigkeit wird in der nächsten Dekade zum Mega-Thema für die Immobilienwirtschaft. Der Trend zu „Green Buildings“ bietet allen Sektoren der Branche enorme Chancen.“

Erste wissenschaftliche Studien stützen Schultes Thesen: „It pays to be green“ – Grün zahlt sich aus. Zwar seien „Green Buildings“ nicht allein der Weg aus der Krise, sie seien jedoch ein wichtiger Baustein.

Mit dem Vortrag „Die Finanzkrise aus Sicht der Investoren: Risiken, Strategien, Chancen“ von Dipl.-Kfm. Stefan Ziegler, Mitglied der Geschäftsführung KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL) Real Estate & Managed Products, begann der zweite Beitragsblock. In seinem Vortrag „Erfolgsstrategien institutioneller Anleger“ erläuterte er die Rahmenbedingungen und Investitionskriterien aus Sicht der KGAL. Gleichzeitig verwies er unter großer Zustimmung der Teilnehmer auf die deutlich verlängerten Prüfungszeiten von durchschnittlich drei auf nun sechs bis neun, z. T. sogar bis zu zwölf Monate. Grund genug für Dr. Wulff Aengevelt, an dieser Stelle darauf zu verweisen, dass dies auch bei der Beauftragung eines Immobilienberaters zu berücksichtigen sei. Selbst ein qualifizierter Alleinauftrag, so Aengevelt, sei nur bei entsprechender Laufzeit von mindestens einem Jahr Ziel führend.

Der dritte Teil des Kongress trug den Titel „Krisenchaos ohne Happy End?“ und beleuchtete „Risiken und Chancen des deutschen Immobilienmarktes aus internationaler Sicht“. Zu den Diskutanten gehörten Niek van Dijck, Direktor Schild Holland Fonds (Niederlande) und Vorsitzender des niederländischen Immobilien-Branchenvereins, Jens Pedersen, Akquisitionsdirektor/Partner Asschenfeldt Invest Gruppen A/S aus Dänemark und Charles Kingston, Herausgeber REFIRE Report.

Dr. Wulff Aengevelt, der den Vorsitz des Präsidiums innehatte, zeigte sich wie die Teilnehmer und Referenten gleichermaßen hochzufrieden mit Verlauf und Inhalt der Konferenz. „Bei allen Unsicherheiten und komplexen Aufgaben“, so sein Fazit, „stürzt uns die Krise nicht ins Chaos; sie eröffnet uns vielmehr die Chance auf Ordnung und Normalität.“

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2 Responses to “Immobilien: Experten sehen Krise als Chance”

  1. Besonders interessant finde ich die Tatsache, dass wirklich mal festgestellt wurde, dass grünes Bauen sich auszahlt. Leider dauert es aber eben immer eine Weile, bis man die Ergebnisse solcher Bemühungen richtig erfassen kann, ich glaube deshalb zögern auch noch einige Bauherren, in solche Maßnahmen zu investieren. Bin aber auch völlig der Meinung, dass man grünes Bauen nicht unterschätzen darf, um die Immobilienbranche in die Zukunft zu führen.

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