Immobilien in Osteuropa: Die große Flaute
Viele Länder in Osteuropa leiden mittlerweile unter der weltweiten wirtschaftlichen Rezession. Dies beeinträchtigt auch die Immobilienmärkte zwischen Prag und Kiew. Vor diesem Hintergrund stieß die Real Vienna als Leitmesse für Gewerbeimmobilien in Zentral-, Ost- und Südosteuropa Anfang Juni nur auf geringeres Interesse. Die Anzahl der Aussteller in Wien war mit 242 Anbietern rückläufig und sank gegenüber 2008 um ein Viertel.
Bestes Beispiel für die stagnierende Entwicklung sind die Investitionsströme auf den Immobilienmärkten. „Im ersten Quartal 2009 wurden 220 Millionen Euro in Zentral- und Osteuropa investiert“, erklärte Andreas Ridder, Geschäftsführer von CB Richard Ellis (CBRE) in Österreich gegenüber dem Online-Portal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, „das ist ein Rückgang um zwei Drittel gegenüber dem Vorquartal.“
Immobilienprofi Ridder sieht Osteuropa nicht als „homogene Region“. So seien beispielsweise in Russland und der Ukraine die Mietpreise in den zurückliegenden drei Quartalen besonders stark rückläufig. Kosteten Büroflächen in Top-Lage in Moskau zwischen Juli und September 2008 nach Angaben von CB Richard Ellis noch 100,60 Euro pro Quadratmeter, so waren es im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 75,47 Euro.
Noch größer ist der Preisrückgang in der Ukraine. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew halbierten die auf 30 Euro pro Quadratmeter, während in Prag die Miete mit 23 Euro noch weitgehend konstant blieb. Stabil präsentieren sich auch die Immobilienmärkte in anderen osteuropäischen Metropolen wie Bratislava oder Sofia.
Der Blick auf die Immobilienmärkte in Osteuropa offenbart noch weitere Trends: Sinkende Mieterträge bei Neuvermietungen, steigende Renditen sowie sinkende Immobilienwerte stehen hohen Leerstandsraten gegenüber. In der tschechischen Hauptstadt Prag betrug der Leerstand für Büroimmobilien nach Angaben der CBP Immobilientreuhand in Wien im ersten Quartal 2009 satte neun Prozent. Vor einem Jahr waren es nur sechs Prozent. Auch in Budapest ging die Leerstandsrate von 12 auf 17 Prozent deutlich nach oben.
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Kategorie: Immobilien mieten
