Immobilien: Preis-Sturm an der Ostsee

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Die Immobilienpreise an der Ostsee steigen. Wie aus einer Marktanalyse von TLG, einem der führenden Immobilienunternehmen in den neuen Bundesländern hervorgeht, weisen vor allem die Städte Rostock, Stralsund und Wismar Preissteigerungen bei Eigenheimen, Eigentumswohnungen und Grundstücken auf. Ein positives Signal in wirtschaftlich bewegten Zeiten? Immerhin, so scheint es, trotzt der Markt für Immobilien in Mecklenburg-Vorpommern der immer noch um sich greifenden Finanzkrise.
Geht es um Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie um Grundstücke, so beobachtete die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) nach Angaben der OSTSEE ZEITUNG immer „mehr Fälle steigender Preise als sinkender Werte“. – „Vor allem für Städte wie Rostock, Stralsund oder Wismar gibt es kaum krisenbedingte Auswirkungen“, erklärte Klaus Reppenhagen, Niederlassungsleiter der TLG Immobilien GmbH für Mecklenburg-Vorpommern.
Eine „dynamische Preisentwicklung“ sehen die Immobilienprofis von TLG vor allem in Rostock. Im Vergleich zum Jahr 2008 stiegen die Preise für Flächen für den Wohnungsbau in der Hansestadt auf 130 bis zu 500 Euro pro Quadratmeter. In Top-Lagen wie Warnemünde lagen die Preise 2008 noch bei 400 Euro gelegen. Rostock, so hieß es im TLG-Immobilienmarktbericht, liegt in Ostdeutschland nach Berlin und Potsdam an dritter Stelle.
Preis-Sturm an der Ostsee – Deutliche Steigerungen hat es laut TLG auch in Stralsund gegeben, vor allem bei den Kaufpreisen in den Immobiliensegmenten „Wohnhäuser“ und „Eigentumswohnungen“. Die Preise für frei stehende Eigenheime am Strelasund lagen 2008 noch zwischen 90 000 und 200 000 Euro und kletterten 2009 am „Tor nach Rügen“ auf bis zu 220 000 Euro.
Hintergrund für den Preisanstieg: Viele Anleger fürchten die Inflation. Viele Kunden, so ist Klaus Reppenhagen sicher, sehen im Kauf einer Immobilie in unsicheren Zeiten eine sichere Geldanlage. Der Immobilienexperte weiter. „Es gibt großes Interesse nach Immobilien in der Preisspanne zwischen 200 000 und einer Million Euro.“ Besonders hoch im Kurs stehen vor allem Immobilien aus dem Segment „Mehrfamilienhäuser“, wobei als Käufer meistens Einzelanleger in Frage kommen.
Der Immobilienmarkt in Mecklenburg-Vorpommern profitiert nach Meinung von Insidern wie Klaus Reppenhagen vor allem davon, dass man in „MV“ wirtschaftlich nicht so sehr vom krisenanfälligen Export abhängig sei. Hinzu kommt ein anhaltender Boom in der Touristikbranche. Dies wirkt sich nach Einschätzung der Experten ebenfalls positiv auf den Immobilienmarkt in Mecklenburg-Vorpommern aus– Die Ostseeküste wird vor allem bei Mitgliedern der älteren Generation als Wohnsitz für den Lebensabend immer beliebter. Zahlen gefällig? Mehr als 40.000 ältere Menschen haben laut OSTSEE ZEITUNG inzwischen ihren Wohnsitz nach „MV“ verlagert.
Doch der Preisanstieg in Mecklenburg-Vorpommern sorgt nicht überall für zufriedene Gesichter. Der Stralsunder Mieterbund befürchtet beispielsweise, dass die jüngste Entwicklung auch für einen Anstieg der Mietpreise sorgen könnte. „Wenn jemand eine Immobilie teuer gekauft hat und Erlöse daraus ziehen will, wird er sie auch teuer vermieten wollen“, sagt Mietervereinsvorsitzender Reinhard Koch. Für Mieter, die neue Verträge abschließen wollten, sei das „weniger erfreulich“ und in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation „eher schwierig“.
Laut TLG erlebten in Mecklenburg-Vorpommern auch die Preise für Liegenschaften zur gewerblichen Nutzung deutliche Preisanstiege. Auch bei den Mieten. Einzelhandelsflächen verzeichnen vor allem in Rostock und Wismar einen kräftigen Preisschub. Mit Spitzenmieten bis zu 75 Euro pro Quadratmeter für Geschäfte in der Rostocker Innenstadt liege die Hansestadt hinter Berlin, Leipzig und Dresden in der Spitzengruppe Ostdeutschlands.
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