Immobilien: Spitzenverbände fordern mehr Wohnungen für Familien und Senioren
Nach der Wahl ist vor der Wahl – Die Bundestagswahl ist vorbei, in Berlin arbeiten die neuen Koalitionspartner von CDU/CSU und FDP in Berlin noch am Vertragswerk. Indes setzen sich Mieter und Immobilienunternehmen, aber auch Verbände der Bauwirtschaft und Gewerkschaften für eine bessere Förderung des Wohnungsbaus ein.
Es sind dies die IG Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau, der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) sowie der Deutsche Mieterbund. Diese Spitzenverbände fordern nun ein Umdenken in der Wohnungsbaupolitik und warnen ausdrücklich vor einer Verknappung an energieeffizientem und zukunftssicherem Wohnraum. Familien und Senioren, aber auch junge Menschen im Ausbildungsprozess seien vor allem in den Metropolregionen schon heute betroffen, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
Die sechs Verbände setzen sich bei der neuen Bundesregierung für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen an. Diese sollen den Wohnungsbau in Schwung bringen. Zentrale Forderungen: Die Erhöhung der Abschreibungsätze auf vermietete Wohngebäude, die Gleichstellung der Förderung von Sanierung und Neubau/Bestandsersatz in den KfW-Programmen sowie Aufstockung und Erweiterung des KfW-Programmes für altersgerechtes Bauen. „Die von der neuen Regierung vorgesehene Erhöhung der Abschreibungssätze ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu mehr Wohnungen“, erklärte Dr. Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes in Berlin, „wenn jetzt bei den KfW-Programmen nachgelegt wird und die Umsetzung zügig erfolgt, kann der Wohnungsbau im ersten Regierungsjahr unter Schwarz-Gelb bereits seine Wirkung entfalten.“
Der Wohnungsbau in Deutschland befindet sich auf einem rekordverdächtigen Tiefstand. Experten rechnen damit, dass sich die Anzahl der neu gebauten Wohnungen mehr als verdoppeln müsste, um genügend Wohnraum zu schaffen.
Belebend würde sich dies vor allem auf die Binnenwirtschaft auswirken, die damit als eine Art Konjunkturmotor fungiert. Allein die Steigerung der Wohnungsbautätigkeit um lediglich 50.000 neue Wohnungen sorgt für mehr als 150.000 zusätzliche Arbeitsplätze.
Weiterer Vorteil: Die öffentlichen Haushalte würden von einer günstigen Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau profitieren. Die bei der Errichtung eines Wohngebäudes anfallenden Steuer- und Abgabenzahlungen ergeben fast 47 Prozent der Gesamtkosten. Rechnet man Mineralölsteuern, Kfz-Steuern und Mautgebühren, die beim Transport von Baumaterial anfallen, hinzu, so fließen bei einer Investition in eine neue Wohnimmobilie rund die Hälfte der Investitionssumme als Steuern und Sozialabgaben an den Bund.
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Kategorie: Bauen
