Immobilienfinanzierung: Kritik an der EZB

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Für den Fall, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am 4. Juni 2009, die Leitzinsen noch einmal senken sollte, werden die Zinsen für Immobilienkredite aller Voraussicht nach nicht weiter fallen. Nach Angaben des Baugeldvermittlers HypothekenDiscount müssen Bauherren und Immobilienkäufer derzeit mindestens 4,12 Prozent für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung zahlen.Obwohl die Konditionen in den vergangenen Wochen wie erwartet bereits leicht gestiegen sind, liegen die aktuellen Zinssätze noch immer gut 2,5 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die aktuelle Marktlage zeigt: Es gibt mehrere Gründe dafür, dass sich die Bauzinsentwicklung von der Leitzinsentwicklung entfernt hat. Am 4. Juni 2009 wird der EZB-Rat entscheiden, ob Geschäftsbanken sich in Zukunft noch billiger bei der Zentralbank Geld leihen können und der Refinanzierungssatz unter die aktuelle Marke von 1,0 Prozent sinken wird. Insbesondere aus Deutschland gibt es kritische Stimmen zur „Nullzins-Politik“ der EZB. So hatte Bundesbankchef Axel Weber mehrfach für eine Untergrenze des Leitzinses plädiert, um „eine quantitative Geldpolitik mit Aufkäufen von Pfandbriefen, Unternehmens- oder gar Staatsanleihen zu verhindern“. Der deutsche Notenbanker und seine Mitstreiter im EZB-Rat sehen bei ihrer Argumentation vor allem die drohende Inflationsgefahr durch eine überbordende Liquidität. Aktuellsten Einschätzungen von Ökonomen zufolge ist eine weitere Senkung des Leitzinses jedoch – trotz einer weiteren Korrektur der Wachstumsprognosen nach unten – derzeit unwahrscheinlich.
Gleichzeitig sehen nur noch wenige Experten die Stabilität des Geldwerts in ernsthafter Gefahr. Erstmals seit der Wiedervereinigung ist das Preisniveau in Deutschland im Mai 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert geblieben. Volkswirte rechnen damit, dass die Preise in den kommenden Monaten sogar noch weiter sinken können. Für das Gesamtjahr 2009 dürfte bei der Inflationsrate wohl in der gesamten Euro-Zone eine Null vor dem Komma stehen – und der Wert damit deutlich unter der von der EZB avisierten Zielmarke von knapp zwei Prozent liegen.
Obwohl es erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur gibt und auch die Rohstoffpreise wieder gestiegen sind, bleibt das Deflationsszenario langfristig sinkender Preise bestehen. Der Arbeitsmarkt wird als letztes von der schweren Rezession erfasst. Drohende Massenentlassungen würden nicht nur die derzeit stabile Konsumnachfrage in Deutschland schwächen, sondern tendenziell zu Lohnsenkungen führen. Die somit betroffenen Verbraucher könnten dann in Erwartung sinkender Preise Kaufentscheidungen zurückstellen und die ohnehin schwache Konjunktur vollends zum Stillstand bringen.
In Deutschland kletterte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen inzwischen über die Marke von 3,6 Prozent. Für Menschen, die die Finanzierung eines Eigenheims planen, bleibt diese Entwicklung kurzfristig nicht ohne Folgen: Die Immobilienfinanzierungen haben sich seitdem etwas verteuert. Führende Anbieter offerieren ihren Kunden derzeit ein klassisches Hypothekendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit und fester Zinsbindung effektiv mit 4,1 bis 4,3 Prozent Verzinsung an – Anfang Mai 2009 waren diese Kredite noch mit Zinsen von 4,0 Prozent zu haben.
Die Zinsentwicklung am Hypothekenmarkt wird auch in den kommenden Wochen starken Tagesschwankungen unterliegen. Erst wenn sich eine klare Richtung bei der weiteren Konjunkturentwicklung abzeichnet, wird auch der Zinstrend eindeutig. Immobilienbesitzer mit kurzfristigem Finanzierungsbedarf sollten deshalb versuchen, Zinsdellen auszunutzen.
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Sensationell, welche Gedanken da im Umlauf sind.
Freut mich, dass auch darüber geschrieben wird.