Immobilienfinanzierung: Niedrige Zinsbindung oft verlockend

Kredite mit langer Zinsbindung bieten gerade im Zinstief deutlich mehr Sicherheit. Auch wenn die Zinssätze von fünfjährigen Immobiliendarlehen verlockend klingen: Der durchschnittliche Immobilienkäufer sollte eher Kredite mit Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren bevorzugen. „Kurze Zinsbindungen eignen sich vor allem für sehr bonitätsstarke Kunden oder für Finanzierungen bis maximal 100.000 Euro“, erklärt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Immobilienkredite mit einer Zinsbindung von fünf Jahren werden bei günstigsten Anbietern ab rund 3,15 Prozent vergeben. 

Wünscht der Kunde eine Festschreibung der Zinsen für 10 Jahre, so müssen sie etwa vier Prozent zahlen – bei 15 Jahren Zinsfestschreibung liegen die Zinsen bei circa 4,3 Prozent, bei 20 Jahren bei knapp 4,5 Prozent. Laut HypothekenDiscount sollten sich Kreditnehmer von den scheinbar hohen Konditionsaufschlägen jedoch nicht irritieren lassen. „Im historischen Vergleich liegen die derzeitigen Konditionen von 4,5 Prozent ganze 1,5 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Kredite mit langen Zinsbindungen sind also auch extrem preiswert“, so Kai Oppel. Allein seit Juli 2009 haben die Konditionen von Darlehen mit langer Laufzeit noch einmal um bis zu 0,3 Prozentpunkte nachgegeben.

Zinsbindungen von 15 Jahren und mehr sind Immobilienexperten zufolge insbesondere wegen ihrer Kalkulationssicherheit zu empfehlen. Denn: Darlehensnehmer kennen bei Langläufern die genaue Höhe der monatlichen Kreditrate für die gesamte Dauer der Zinsfestschreibung. Anders bei Kurzläufern: Ist die Höhe der monatlichen Kreditrate lediglich auf fünf Jahre festgeschrieben, so ist danach ein Anschlusskredit fällig. Besonders bei bonitätsschwachen Immobilienkäufern droht eine böse Überraschung. „Sollten die Zinsen von heute 3,2 Prozent auf 5 Prozent steigen, verteuert sich die Kreditrate bei der Anschlussfinanzierung um rund 40 Prozent“, warnt Finanzierungsprofi Oppel. Für sicherheitsorientierte Käufer eignen sich daher derzeit besonders lange Zinsbindungen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie immer noch deutlich günstiger sind als kurzfristige im langjährigen Durchschnitt. Wer eine Zinsfestschreibung von 20 Jahren wählt, kann bei einer Tilgung von etwa drei Prozent sogar bereits ein sogenanntes „Volltilgerdarlehen“ realisieren. „Darauf gewähren eine Reihe von Banken noch einmal Abschläge von 0,3 bis 0,4 Prozent“, sagt Kai Oppel.

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