Immobilienfinanzierung: Zurückhaltung bei „Wohn-Riester“
Ein knappes Jahr nach Inkrafttreten der Riester-Förderung bei der Finanzierung von Immobilien hält sich die Nachfrage nach den staatlichen Zuschüssen deutlich in Grenzen. Das geht aus einer Umfrage des Immobilien- und Finanzierungsvermittlers PlanetHome AG (München) unter Banken und Baugeldvermittlern hervor. Laut dieser Befragung erkundigen sich nur rund fünf Prozent der Immobilienkäufer bei ihrem Erstgespräch von selbst nach der Einbindung von sogenannten „Wohn-Riester“-Produkten.
„Vor allem die nachgelagerte Besteuerung schreckt viele Kreditnehmer derart ab, dass sie Wohn-Riester von vornherein ausschließen“, sagt Dr. Bernd Klosterkemper, Vorstand der PlanetHome AG, die Finanzdienstleister bei der Vermittlung von Immobiliendarlehen unterstützt. Obwohl die Förderung nachträglich versteuert werden muss, lockt sie grundsätzlich zunächst mit sofortigen Steuervorteilen. Die Steueraspekte sind im eigentlichen Finanzierungsgespräch jedoch schwer vermittelbar. „Weil das Hinzuziehen eines Steuerberaters sinnvoll wäre, dies aber vielen Kreditnehmern zu kompliziert erscheint, verzichten sie von sich aus auf die Einbindung von Wohn-Riester-Produkten“, sagt Klosterkemper und fordert gleichzeitig eine Vereinfachung sowie langfristige Planungssicherheit und Gewissheit für Riester-Sparer.
Dabei können „Besserverdiener“ durch die Riester-Förderung bei Immobilien sowie durch die sofortigen Steuervorteile mehrere zehntausend Euro sparen. Nachteil: In diesem Fall darf der Zinssatz eines Kredites für Wohn-Riester nicht über den marktüblichen Konditionen liegen – ansonsten ist es kaum ein lohnenswertes Unterfangen. Die Kreditzinsen locken durch die Finanzmarktkrise jedoch aktuell auch ohne Förderung. „Normale“ Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung können ab rund 4,2 Prozent aufgenommen werden. Ist ein Wohn-Riester-Produkt nur 0,4 Prozentpunkte teurer, rechnet sich der Aufwand meist schon nicht mehr. Deshalb empfiehlt sich laut PlanetHome für Kunden der Gang zu Baufinanzierungsanbietern oder zu Kreditinstituten, die aus einer Vielzahl von Finanzierungspartnern die optimale Finanzierung auswählen. „Mittlerweile bieten neben freien Finanzvermittlern und Versicherungen auch immer mehr Hausbanken wie die HVB, die Citibank oder die Santander Consumer Bank diesen Service an“, weiß Klosterkemper.
Ein anderes Hemmnis bei der Riester-Förderung für Immobilien sind nach Ansicht von PlanetHome bereits bestehende Riester-Verträge. Immobilienkäufer mit beispielsweise Riester geförderten Rentensparplänen entscheiden sich in den meisten Fällen gegen den Produktwechsel, weil sie mit einem zu hohen Aufwand rechnen.
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Kategorie: Finanzierung
