Immobilienwirtschaft als Wachstumsmotor

Knapp 19 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland wird durch die Immobilienbranche erwirtschaftet. In Deutschland gehören derzeit 707.000 Unternehmen, also 22 Prozent aller Betriebe im Lande, zur Immobilienwirtschaft. In der Branche arbeiten rund 3,8 Millionen Menschen, das sind zehn Prozent der Beschäftigten. Mit ihrer Wertschöpfung von rund 390 Milliarden Euro lag ihr Beitrag zur Gesamtwirtschaft im Jahr 2006 bei 18,6 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und der Universität Mannheim hervor, die im Auftrag mehrerer immobilienwirtschaftlicher Verbände erstellt wurde.

Insgesamt beläuft sich das gesamte Immobilienvermögen der Republik auf neun Billionen Euro (2008), was im Vergleich ungefähr dreieinhalb Mal soviel ist wie Deutschlands Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2008.

Die differenzierte Betrachtung der Summe von 390 Milliarden Euro zeigt noch weitere Aspekte: 150 Milliarden Euro der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfung entfallen innerhalb der Branche auf Vermieter, Vermittler und Verwalter von Immobilien und sind etwa gleichmäßig verteilt auf Wohn- und Gewerbeimmobilien. Weitere 100 Milliarden Euro werden Selbstnutzern von Wohnimmobilien zugerechnet.

„Belegt wird die große Bedeutung der Immobilienwirtschaft und ihre Verzahnung mit der Finanzwirtschaft auch dadurch, dass in Deutschland etwa 55 Prozent aller Kredite mit Immobilien besichert werden”, erklärten die Gutachter in einer Pressemitteilung. Die Bedeutung von Immobilien für die private Vermögensbildung wird darüber hinaus durch die Tatsache belegt, dass die Hälfte des privaten Vermögens aus Immobilien besteht. Weiterhin spielt für die heutige Rentnergeneration Wohneigentum eine viel größere Rolle als dies in der Vergangenheit der Fall war. Knapp ein Drittel aller Wohneigentümer in Westdeutschland ist heute älter als 65 Jahre. In der Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen ist die Wohneigentumsquote zwischen 1991 und 2007 um rund 10 Prozentpunkte gestiegen, bei den über 80-Jährigen verzeichnete sie sogar einen Zuwachs von 17 Prozentpunkten.

Eine der wichtigsten Besonderheiten des deutschen Immobilienmarktes ist seine große Stabilität. Deutschland weist von allen OECD-Staaten die geringsten Schwankungen bei Wohnimmobilienpreisen auf. Das Gutachten zeigt außerdem, dass es in Deutschland weder bei Gewerbe- noch bei Wohnimmobilien einen Preisboom gegeben hat. Gerade in Krisenzeiten ist diese Stabilität von besonderer Bedeutung.

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