Laubfegen im Herbst

Herbstlaub

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Flammend rote Bäume und knallgelbe Büsche – bevor die kalte Jahreszeit hereinbricht, gibt die Natur im Herbst noch einmal ein buntes Gastspiel. Doch die farbenfrohe Pracht der herbstlichen Fauna bietet uns nur solange Freude, bis das Blattwerk zu Boden fällt und Gehwege bei Nässe zu gefährlichen Rutschbahnen mutieren lässt. Ähnlich wie beim Schneefegen im Winter, muss deshalb geklärt werden, wer für die Räumung des nassen Blattwerks im Herbst zuständig ist. Denn wer der Pflicht zum Laubfegen nicht nachkommt, kann von stürzenden Passanten vor der eigenen Haustür juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.

Laubbeseitigung im Herbst

Wer für das Räumen zuständig ist

Grundsätzlich liegt die so genannte Verkehrssicherungspflicht bei den Gemeinden und Kommunen. In der Regel haben diese die Pflicht zum Kehren der Bürgersteige per Ortssatzung auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die Besitzer von Mehrfamilienhäusern geben diese Kehrpflicht in den meisten Fällen wiederum an ihre Mieter weiter. Dafür haben die Vermieter zwei Möglichkeiten: entweder verpflichten sie ihre Mieter direkt zum Fegen oder beauftragen ein professionelles Reinigungsunternehmen, dessen Kosten im Regelfall gleichmäßig auf die Mietparteien im Haus im Rahmen der Nebenkosten umgelegt werden. Den Kehrbesen zur Hand nehmen oder für die Laubentsorgung zahlen müssen Sie als Mieter nur dann, wenn hierzu eine entsprechende Regelung in Ihrem Mietvertrag oder in der Hausordnung bestehlt. Liegt keine Klausel zum Laubfegen zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung vor, darf der Vermieter diese nicht nachträglich ergänzen. Er ist dann eigenständig für die Laubentsorgung verantwortlich.

Gerechte Verteilung der Kehrpflicht im Mehrfamilienhaus

Findet sich im Mietvertrag hingegen die eine Klausel zum Laubfegen, müssen sie als Mieter wohl oder übel den Besen in die Hand nehmen. Die Kehrarbeit muss auf alle Parteien im Mehrfamilienhaus gerecht verteilt werden. So sollte in der Hausordnung geregelt sein, dass alle Mieter gleichermaßen in die Pflicht genommen werden. Wer in den Urlaub fährt, muss rechtzeitig eine zuverlässige Vertretung organisieren und einen Nachbarn darum bitten, den Kehrdienst zu tauschen. Ältere Hausbewohner sind auch dann nicht grundsätzlich von der Pflicht entbunden, wenn sie aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr zum Laubfegen in der Lage sind. Bundesweit sieht die Mehrheit der Gerichtsurteile zu diesem Thema vor, dass ältere Mieter sich zumindest um eine Vertretung bemühen müssen, die den herbstlichen Kehrdienst übernimmt.

Wann und wie oft muss Laub gefegt werden?

Die Uhrzeiten für das Laubfegen entsprechen den Zeiten für den Winterdienst: an Werktagen können Sie zwischen 7 und 20 Uhr zu Besen und Schaufel greifen, an Wochenende ab 9 Uhr. Für die Häufigkeit des Laubfegens fällt die Rechtsprechung bundesweit sehr uneinheitlich aus. Während beispielsweise das Landgericht Hamburg eine sehr strenge und umfangreiche Räumpflicht verhängt, urteilt das Landgericht Coburg wesentlich milder. In der beschaulichen Stadt in Oberfranken müssen Mieter und Hausbesitzer nicht sofort mit dem Besen parat stehen, sobald ein Blatt vom Baum fällt. Allgemein gilt: wächst die Laubmenge, muss entsprechend häufiger gekehrt werden.

Bei Laubbläser Ruhezeiten beachten

Wer mit einem elektronischen Laubbläser oder einem Laubsäuger arbeitet, darf diese nützlichen, jedoch sehr lauten, Helfer aufgrund der Lärmbelästigung in Wohngebieten nur zu bestimmten Zeiten nutzen. Nach der Maschinenlärmschutzverordnung dürfen Sie diese Maschinen zwischen 9 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr betreiben.

Wie soll das Laub entsorgt werden?

Bei der Beseitigung des Laubes gibt es einiges zu beachten. Auf keinen Fall dürfen Sie die Blätter einfach in den Rinnstein oder in den Gulli fegen. In vielen Gemeinden darf das Laub in der Biotonne entsorgt oder in den Herbstmonaten mitunter kostenfrei bei einer Deponie abgegeben werden. Mancherorts stellen die Gemeinden während der Laubintensiven Zeit sogar spezielle Behälter auf. Eine kostenpflichtige Alternative ist die Entsorgung durch die Stadtreinigung. Hierzu füllen Sie die Blätter in spezielle Laubsäcke, die unter anderem auf Recyclinghöfen erhältlich sind. Dort bekommen sie beim Kauf in der Regel eine Übersicht mit den Abholterminen für Ihren Stadtteil. Eine kostenfreie und umweltschonende Alternative ist es für Hausbesitzer, das Laub auf dem eigenen Grundstück zu kompostieren.

Laub zerkleinern und kompostieren – dieses Video-Tutorial zeigt, wie’s geht.

Ein Kommentar zu “Laubfegen im Herbst”
  1. Sehr informativer Artikel. Vor meinem Umzug vor ein paar Monaten musste ich mich um solche Räumungsarbeiten nie kümmern, da an meinem alten Wohnort die Stadtverwaltung diesen Job übernommen hat. In meinem jetzigen Wohnhaus sind wir Mieter für’s Fegen zuständig. Der Vermieter (ein sehr entspannter und sympatischer Typ) hat uns freigestellt, den Dienst eigenständig unter uns aufzuteilen. Da in unserem Haus ein reger Zusammenhalt und Austausch herrscht, klappt es bisher aus sehr gut.

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