Luxusimmobilien auf Sylt: Von wegen Krise!
Viele Deutsche überlegen angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage, den diesjährigen Sommerurlaub zu streichen und denken stattdessen an einen Urlaub daheim. Die Nordseeinsel Sylt gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland. Diese Popularität wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt auf Sylt aus. Luxusimmobilien, verteuerte Häuser, hohe Mieten und kostenaufwändiges Bauland prägen das Bild am teuersten Immobilienstandort Deutschlands. Ungeachtet dieser Entwicklungen ist von Krise auf dem Immobilienmarkt Sylt nichts zu spüren. Vor allem Luxusimmobilien in den Dünen und direkt am Wattenmeer erfahren eine große Nachfrage.
Sylt ist und bleibt eine Top-Adresse für den Immobilienkauf. Laut WELT Online hat sich die „Preisrallye bei den Premium-Lagen trotz Wirtschaftskrise fortgesetzt“. „Weil Bauland knapp ist und das Angebot in den angesagten Toplagen sinkt, waren Preise für Grundstücke sowie für neue Häuser schon in der jüngeren Vergangenheit explodiert“, berichtet Annette Kremer, Immobilienanalystin der HypoVereinsbank (HVB) bei WELT.DE Bislang sei von den Käufern fast jeder Preis akzeptiert worden, so die Immobilienexpertin. „Die derzeitige Krise kann dem teuersten Immobilienstandort Deutschlands offenbar auch nicht viel anhaben.“ Sylt trotzt also dem deutschlandweiten Trend.
Bei den Immobilienpreisen auf Sylt führt nach wie vor der Ort Kampen das Ranking an. „Vom Baulandmangel und von der lebhaften Nachfrage haben auch alle anderen Lagen profitiert“, weiß Annette Kremer, „die höchsten Preise werden für Watt- und Dünengrundstücke bezahlt.“ Interessenten für solche Grundstücke zahlen im etwas abgelegenen Ort Hörnum aktuell rund 800 Euro je Quadratmeter, in den Randlagen am Watt von Kampen liegen die Grundstückspreise bei bis zu 3.500 Euro/qm.
Der Immobilienmarkt auf Sylt hat sich in der Vergangenheit insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als stabil präsentiert, vor allem in den Top-Lagen. Von einer rückläufigen Marktentwicklung, so die Meinung von Immobilienexperten, wären mittelfristig allenfalls die mittleren Lagen betroffen. Anzeichen hierfür gebe es bislang jedoch nicht.
Im Gegenteil: Derzeit ist eine hohe Zahl von kaufstarken Interessenten auf dem Immobilienmarkt auf Sylt aktiv. „Vor dem Hintergrund des Baulandmangels und des immer weiter sinkenden Angebots in den Premium-Lagen wird sich die Preisrallye im Topsegment wohl noch weiter fortsetzen, wenngleich die Wirtschaftskrise für eine Abschwächung sorgen dürfte“, so Annette Kremer. Auf Sylt sind im Segment Luxusimmobilien derzeit insbesondere allem frei stehende Eigenheime mit Luxusausstattung in den Dünen und am Wattenmeer stark nachgefragt. Neben dem Ort Kampen gehören auch die Gemeinden Braderup, Keitum, aber auch A-Lagen in List zu den häufig nachgefragten Lagen.
Sylt bleibt jedoch im Gegensatz zu anderen europäischen Feriendomizilen mit hohem Anteil an Luxusimmobilien, insbesondere St. Tropez in Südfrankreich, St. Moritz in der Schweiz oder der Deutschen liebste Ferieninsel Mallorca fast ausschließlich in nationaler Hand. Der Anteil ausländischer Käufer und Kaufinteressenten für Luxusimmobilien auf Sylt ist gering.
Hintergrund: In den Jahren 1997 bis 2001 wurden auf Sylt jährlich Immobilien im Wert ca. 250 Mio. Euro umgesetzt. In den folgenden fünf Jahren waren es im Schnitt 430 Mio. Euro, 2007 dann 613 Mio. Euro. Tendenz steigend. Der Bau von Hotels gehört auf Sylt immer noch zu den Erfolg versprechenden Projekten. Denn: Seit Anfang 2007 wurden acht neue Häuser mit insgesamt 700 Betten eröffnet. Projektentwickler arbeiten zudem wieder an neuen Vorhaben. Beispiel: Die Zech-Gruppe, eine Tochter der Deutschen Immobilien Holding, entwickelte im Frühjahr 2009 eine Fünf-Sterne-Hotelanlage mit 90 Wohneinheiten. Der Baustart auf dem weitläufigen, 20.000 Quadratmeter großen Grundstück war für den Sommer 2009 angesetzt. „Der Sylter Markt ist keiner besonderen zyklischen Konjunktur ausgesetzt. Der Markt kennt nur eine Richtung, die einer großen Nachfrage, die oft nur sehr schwer zu befriedigen ist“, bestätigt Carsten Hagenah vom renommierten Immobiliendienstleister Engel & Völkers, „Preise und Werte kennen daher nur einen Weg, mal langsam, mal schneller, aber eben auf lange Sicht kontinuierlich nach oben.“
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