Mietpreise für Gewerbeimmobilien: Noch keine Entspannung
Trotz des sich leicht verbesserten wirtschaftlichen Umfeldes und des sich abschwächenden Verfalls bei den Kapitalwerten von Immobilien haben sich die Erwartungen für die Entwicklung von Mietpreisen in Europa weiter verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) in ihrer aktuellen Studie Global Property Surveys (GPS).
Im zweiten Quartal 2009 wurden die stärksten Rückgänge bei den Mietpreisen für gewerbliche Immobilien seit der Einführung des Global Property Surveys durch die RICS vor fünf Jahren verzeichnet. Am stärksten betroffen, so RICS, seien die Immobilienmärkte in Singapur, in der Ukraine und in Spanien.
Insgesamt sei dabei Europa die Region der entwickelten Welt, in der die Erwartungen über die zukünftige Mietpreisentwicklung am schlechtesten ausfallen. Dies trifft insbesondere auf die Märkte in Spanien, Irland und Skandinavien zu. Entsprechendes gilt auch, wenn auch in abgeschwächter Form, für den nordamerikanischen Gewerbeimmobilienmarkt.
Auch bei den Kapitalwerten von Immobilien fand in den meisten Teilen der Welt eine weitere Reduzierung statt. Besonders negativ sind die Erwartungen hier eingehend mit den Mietpreiserwartungen für die Märkte in Spanien, in Skandinavien, in den USA, dahinter folgen die Gewerbeimmobilienmärkte in Tschechien, Belgien und Italien.
Positive Ausnahmen in Europa bilden die Immobilienmärkte in Zypern, in den Niederlanden, in Portugal, aber auch in Deutschland. Hier sind die Erwartungen in Bezug auf die Mietpreisentwicklung und Kapitalwerte deutlich weniger negativ als im Rest Europas.
„Die zurückgehenden Mietpreise werden sich bei den Kapitalwerten von Gewerbeimmobilien auch im Jahr 2010 weiter bemerkbar machen“, so die Einschätzung von RICS Senior-Ökonom Oliver Gilmartin, „die globale Finanzkrise hat das Investitionsvolumen weltweit um 80 Prozent zurückgehen lassen. Die gestiegenen Renditen sorgen für ein zurückkehrendes Interesse von Investoren. Dies ist besonders in Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich festzustellen.“ Der Immobilienprofi weiter: „Wir sehen, dass die Schwellenländer, die starke Handelsbeziehungen zu China haben, die Krise deutlich besser verkraften als andere sich entwickelnde Volkswirtschaften in Lateinamerika und Afrika. In Indien und China steigt die Nachfrage nach Flächen bereits wieder.“
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Kategorie: Immobilien Marktdaten
