Mietrecht: Mieter haben keinen Anspruch auf Einbruchschutz

Einbrecher

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Wenn die Tage kürzer werden und die Dunkle Jahreszeit ihre Schatten voraus wirft, haben Wohnungseinbrüche Hochkonjunktur. Statistisch gesehen geschieht in Deutschland alle vier Minuten ein Einbruch. Wer einen neuen Wohnungsmietvertrag abschließt, hat laut Mietrecht keinen Anspruch auf verstärkten Einbruchsschutz. Das entschied der Deutsche Mieterbund in Berlin.

Einbruchshemmende Türschlösser, vergitterte Fenster oder Türspione können die Wahrscheinlichkeit eines Wohnungseinbruchs verringern. Mieter in Mehrfamilienhäusern haben jedoch keinen Anspruch darauf, von ihrem Vermieter derartige sicherheitsfördernde Maßnahmen zu verlangen. So müssen Wohnungsmieter in ihre eigenen Taschen greifen, wenn sie die Sicherheit in ihrem Zuhause verbessern wollen. Solche Maßnahmen dürfen jedoch nicht auf eigene Faust durchführen, denn auch für kleine bauliche Veränderungen am Wohnraum wie beispielsweise den Einbau eines Türspions, müssen Mieter ihren Vermieter im Vorfeld um ihr Einverständnis bitten. Gestattet der Hausbesitzer die Baumaßnahmen, sollte geklärt werden, was nach dem Ende des Mietverhältnisses mit der Investition geschehen soll. Denkbar wäre beispielsweise, dass der Mieter vor seinem Auszug die Baumaßnahmen rückgängig macht oder zumindest die Kosten für die Rückbaumaßnahmen übernimmt.

Auch wenn Mieter generell keinen Anspruch auf Maßnahmen zur Verbesserung der Einbruchsicherheit im Wohnhaus haben, kann es sein, dass Vermieter derartige Maßnahmen unternehmen. Baut der Vermieter beispielsweise eigenständig mehrfach verglaste Fenster oder Türspione ein, so handelt es sich in dieser Fall um Wohnwertverbesserungen, infolge derer der Vermieter eine Mieterhöhung von bis zu 20 Prozent verlangen kann.

Einbruchschäden muss der Vermieter erstatten

Ganz anders sieht die Rechtlage aus, wenn bereits ein Einbruch stattgefunden hat. In solch einen Fall ist der Vermieter dazu verpflichtet, die durch das Einbruchsdelikt entstandenen Schäden zu beseitigen beziehungsweise zu ersetzen. Der Vermieter verpflichtet sich bei Abschluss des Mietvertrags dazu, den vermieteten Wohnraum in einwandfreiem Zustand zu halten. Beschädigte Türschlösser, eingeschlagene Fenster und sonstige „Spuren des Einbruchs“ muss der Vermieter auf eigene Kosten reparieren. Dies gilt auch dann, wenn der Mieter eine Hausratsversicherung besitzt und diese bereits für den Schaden aufgekommen ist.Unsere Empfehlungen für wirksamen Einbruchsschutz haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengefasst.

Ein Kommentar zu “Mietrecht: Mieter haben keinen Anspruch auf Einbruchschutz”
  1. […] Mietrecht und Versicherungsschutz bei Einbruch […]

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