Ranking: Deutschlands umstrittene Bauprojekte

© istockphoto.com/ eyewave

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Kostspielig, kontrovers und nervenraubend – diese Eigenschaften treffen auf viele Bauprojekte zu, die derzeit in der Bundesrepublik realisiert beziehungsweise geplant werden. Ob schlechte Planung oder allgemeine Kostenexplosion, diese Großprojekte sorgen seit jeher für Schlagzeilen und hitzige Diskussionen, die nicht selten in entnervter Resignation münden. Hier sind unsere Top drei der umstrittenen Bauprojekte – das Ranking spiegelt dabei lediglich die Meinung der Immobild-Redaktion wieder, es liegt keine Studie zugrunde.

Platz 3: Stuttgart 21

Der dritte Platz geht nach unserer Einschätzung an das Bahnhofsbauprojekt „Stuttgart 21“. Die Neubebauung des Stuttgarter Hauptbahnhofes wird seit Jahren hitzig diskutiert und von heftigem Protest begleitet. Bereits im Jahr 2007 gab es ein Bürgerbegehren gegen die Bauarbeiten, dieses scheiterte jedoch.  Im Zentrum des Milliardenschweren Bauprojekts steht die Umwandlung des Stuttgarter Kopfbahnhofes in einen Durchgangsbahnhof. Durch die Umbaumaßnahmen soll unter anderem die Stadt Stuttgart als zentraler europäischer Verkehrsknotenpunkt entlastet werden. Seit die Planung des Projekts öffentlich bekannt geworden waren, beteiligten sich mehrere zehntausend Menschen an bundesweiten Protestaktionen, die sich gegen den Neubau des Bahnhofs richteten. Am 27. November 2011 entschieden sich die Baden-Württemberger gegen einen Austritt der Landesregierung aus dem Bauvorhaben. Derzeit ist noch offen, ob der Bau wie geplant stattfinden kann, laut dem Aufsichtsrat der Bahn stehen die Chancen für den Bahnhofsbau derzeit bei 50/50.

Platz 2: Die Hamburger Elbphilharmonie

Im Frühjahr 2007 starteten in der Hamburger Hafencity die Bauarbeiten zum neuen Prestige-Objekt der Kulturschaffenden der Hansestadt: die Elbphilharmonie. Das 110 Meter hohe Gebäude, welches vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen wurde, ähnelt der Form eines großen Kreuzfahrtschiffes. Seine Silhouette fügt sich damit optisch sehr gut in die Skylinie des Hamburger Hafens ein. Im Laufe der Bauarbeiten kam es immer wieder zu Verzögerungen. Auch die erhebliche Verteuerung des Bauprojekts sorgte besonders in den vergangenen Monaten immer wieder für negative Schlagzeilen. Zuletzt summierten sich die Baukosten auf stolze 575 Millionen Euro. Gegenwärtig verhandelt der Hamburger Senat mit der Baufirma Hochtief und den Architekten über neue Tarifverträge – bis Ende Februar soll eine Entscheidung gefunden werden. Mit der Eröffnung des Konzerthauses ist frühestens 2017 zu rechnen.

Platz 1: BER – Das Flughafendebakel Berlins

Was missglückte Bauvorhaben angeht, ist die deutsche Hauptstadt mal wieder Vorreiter und statuiert mit dem Neubau des Schönefelder Flughafens zum Berlin Brandenburg Airport „Willy Brandt“ in Sachen missglückter Baupolitik ein Exempel, das seines gleichen sucht. Bereits im Jahr 2006 begannen die Umbauarbeiten des internationalen Großflughafens im brandenburgischen Schönefeld. Nach seiner Fertigstellung, deren Datum bereits mehrfach verschoben worden ist, soll BER die Airports Schönefeld und Tegel ersetzen. Auch kam es mehrfach zu Verzögerung im Baubetrieb aufgrund verschiedener schwerwiegender Planungsfehler. Auch die Kosten für das Bauprojekt kletterten von anfänglichen 1,7 Milliarden Euro auf über vier Milliarden Euro. Weitere Steigerungen sind nicht auszuschließen. Wann der Milliardenschwere Flughafen eröffnet wird, steht ebenfalls noch in den Sternen.

 

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