Städteranking: Hamburgs glänzende Perspektiven

Hafencity, Hamburg

Hafencity, Hamburg

Das Städteranking zu ökonomischen Perspektiven bis 2015 zeigt die Uni-Hochburgen Münster und Freiburg mit guten Positionen. Aber auch Hamburg zeigt sich gut aufgestellt. Die Hansestadt entpuppt sich dabei als Gewinner der Globalisierung und hat München von er Pole Position dieser Rangliste verdrängt.

Hamburg ist die Stadt mit den besten ökonomischen Aussichten in Deutschland. Das geht aus einer Exklusivstudie hervor, die das Wirtschaftsforschungsinstituts Feri (Bad Homburg) im Auftrag des Magazins Capital erstellt hat. Experten haben die 60 wichtigsten Städte in Deutschland hinsichtlich ihrer Entwicklung in Sachen Wirtschaftsleistung, Arbeitsplätze, Bevölkerung und Kaufkraft zwischen 2006 und 2015 auf den Prüfstand gestellt. Hamburg stieg dabei gegenüber der Vorgängerstudie von 2007 von Platz vier auf und eins und verdrängte damit München von der Spitzenposition. Die bayerische Landeshauptstadt liegen jetzt auf Rang zwei, gefolgt von Münster und Wiesbaden. Ob für all die Jobsuchenden in Hamburg Wohnungen bieten kann, ist jedoch fraglich.

Hamburg profitiert vor allem davon, dass es so wettbewerbsfähig für die Globalisierung und den internationalen Handel aufgestellt ist wie kein anderer Standort der Republik. Die Wirtschaftsleistung der Hansestadt wächst bis zum Jahr 2015 um knapp 14 Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt auf 1,1 Millionen. Gegenüber dem Jahr 2006 bedeutet ein Plus von mehr als fünf Prozent.

Zwar trifft die Rezession Hamburg in diesem Jahr gerade in seiner Funktion als internationales Drehkreuz heftig, beispielsweise bei den im Hamburger Hafen erwirtschafteten Umsätzen, aber dieser Einbruch ist nach Einschätzung der Experten von Feri nur vorübergehend. Das Institut erwartet, dass der Absturz der Weltwirtschaft in absehbarer Zeit ein Ende nimmt und die Konjunktur von den USA bis nach China allmählich wieder anspringt. Die jüngste Entwicklung bei den Frühindikatoren, so hieß es, „nährten diese Hoffnung.“

Auffälligster Trend im neuen Städteranking: Eine Reihe mittelgroßer Universitätsstädte konnte sprang in der Platzierung deutlich nach vorn und erweist sich durchaus als Ernst zu nehmende Konkurrenz von traditionell wirtschaftsstarken Metropolen. Beispiel Münster: Die Universitätsstadt in Westfalen sprang im Vergleich zu 2007 von Platz 14 auf Platz drei, die Uni-Hochburg Freiburg stieg von Rang zwölf auf fünf, die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn von zehn auf sechs. Auch Heidelberg (Platz 7), Karlsruhe (11.) und Mainz (12.) sind unter den Top 20. Köln dagegen verlor Köln gleich zehn Plätze, ist jetzt 15. Auch Stuttgart (8., sechs Plätze schlechter als 2007), Düsseldorf (10., Minus 7) und Frankfurt am Main (9., Minus 3) fielen zurück. Berlin blieb unverändert auf Rang 29.

„Gerade in der Krise offenbart sich, wie wichtig Wissen als Wirtschaftsfaktor ist“, erklärt Feri-Ökonom Manfred Binsfeld, der die Studie betreut hat, „der Standortwettbewerb entscheidet sich immer stärker im Kampf um kluge Köpfe.“ Denn: Nahezu alle „Aufsteiger“ unter den Städten verfügen über angesehene Universitäten und Forschungsinstitute wie Fraunhofer oder Max Planck – oder haben sie zumindest in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. In Städten wie Freiburg oder Münster ist die Wissenschaft der größte Arbeitgeber und liegt teilweise weit vor den privaten Unternehmen.
Weiterer Pluspunkt: Die Universitätsstädte schaffen es mittlerweile, ihre hoch qualifizierten Absolventen in der Stadt zu halten.

Die Wirtschaft in Hamburg, Münster, Freiburg oder Bonn wächst zwischen 2006 und 2015 um bis zu 16 Prozent. Außerhalb der Städte ist die Dynamik nicht einmal halb so hoch. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem Aspekt „Beschäftigung“. Während in Münster die Zahl der Arbeitsplätze um fast sieben Prozent zunimmt, nimmt sie in einigen Kommunen sogar ab.

Dass jedoch längst nicht alle Wissenschaftshochburgen gleichzeitig auch ökonomische Dauerbrenner sind, zeigt das Beispiel Darmstadt. Die südhessische Stadt gehört ungeachtet der Ansiedlung mehrerer renommierter Hochschulen, zu den Verlierern im aktuellen Städteranking von Feri und büßte gegenüber 2007 satte 13 Plätze ein, liegt nun auf Rang 21. Grund: Die in Darmstadt erzielten Forschungsresultate, etwa im Maschinenbau, werden nur unzureichend am Markt umgesetzt. Der Anteil der Branche an der regionalen Industrie hat sich im Lauf der vergangenen 15 Jahre mehr als halbiert.

Die am besten platzierte Stadt in den neuen Bundesländern bleibt Dresden. Die Metropole in Sachsen konnte sich im Vergleich zu 2007 um drei Plätze auf Rang 13 verbessert. Leipzig liegt auf Platz 19, Potsdam landete auf Rang 20. Die letzten fünf Plätze im Feri-Städteranking werden ausschließlich von ostdeutschen Kommunen belegt – Rostock, Chemnitz, Magdeburg, Schwerin und Halle an der Saale. Auch namhafte westdeutsche Städte wie Hildesheim (Platz 55), Lübeck (54.) und die pfälzische Metropole Kaiserslautern (53., sechs Plätze schlechter als 2007) finden sich im unteren Tabellendrittel.

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One Response to “Städteranking: Hamburgs glänzende Perspektiven”

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    Das Städteranking zeigt die Uni-Hochburgen Münster und Freiburg mit guten Positionen. Aber auch Ha…

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