Umfrage: Immobilienprofis zur neuen Legislaturperiode
ie Immobilienwirtschaft gehört mit 707.000 Unternehmen und einem Umsatz von 381 Milliarden Euro sowie mit 3,8 Millionen Beschäftigten zu den wichtigsten Branchen in Deutschland. Die Branche umfasst Bauträger, Projektentwickler, Architekten, Ingenieure und Immobilienverwalter sowie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Finanzdienstleister. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) hat nun anlässlich der Bundestagswahl am 27. September 2009 eine Umfrage unter 1.600 Immobilienprofis durchgeführt, in der die wichtigsten Forderungen der Immobilienwirtschaft an die Politik herausgearbeitet wurden.
Schwerpunkt der BFW-Umfrage bildeten nach Angaben der Zeitschrift Immobilienwirtschaft (Ausgabe 09/2009) Meinungsfragen, die die Bedeutung politischer, immobilienwirtschaftlich relevanter Handlungsfelder für die einzelnen Bereiche hervorheben sollten. Die Befragung wurde im Juni / Juli 2009 durchgeführt und brachte einige überraschende Ergebnisse.
Zentrales Ergebnis: Die Immobilienunternehmen in Deutschland blicken verhalten in die Zukunft. Mehr als 77 Prozent der Unternehmen verbinden mit der Bundestagswahl 2009 keine oder keine positiven Veränderungen. Top-Forderung an die Politik: Die Wiedereinführung einer degressiven AfA. Dieser Punkt steht bei Unternehmen in der Immobilienverwaltung, aber auch bei Projektentwicklern und Bauträgern ganz oben auf der Wunschliste. Drei Viertel der befragten Unternehmen sind sicher, mit der Wiedereinführung einer degressiven AfA deutliche Impulse im Bereich Neubauförderung setzen zu können. Eine deutliche Entspannung der Märkte wäre die logische Folge.
Auch die Forderung nach einer Verankerung des Klimaschutzes im Mietrecht steht für viele der befragten Unternehmen hoch im Kurs. Ziel ist es, im Bereich der energetischen Sanierungen mehr Spielraum zu erreichen. Drei Viertel der Befragten sieht das Mietrecht derzeit als Hemmschuh für energetische Sanierungen an.
Weiterhin ist für viele Umfrageteilnehmer im Bereich der Ausgestaltung und Anwendung der Förderprogramme der KfW Handlungsbedarf. Zwar ist insgesamt nur ein Drittel der befragten Unternehmen der Meinung, dass die momentanen Förderungsmaßnahmen nicht ausreichend sind, um aktuelle Projekte auf den Weg zu bringen, doch mit Blick auf eine entsprechende Branchendifferenzierung zeigt sich deutlich, wo die Schwachpunkte der KfW-Programme liegen. Mehr als die Hälfte der befragten Immobilienprofis (45 Prozent) im Projektentwicklungsgeschäft sieht ihre Projekte durch das aktuelle Förderungsprogramm nicht ausreichend unterstützt.
Neben Energiesparmaßnahmen im Immobiliensektor ist Wohnen im Alter eines der zentralen Themen der Immobilienwirtschaft vor der Bundestagswahl. Zwar können Unternehmen seit April 2009 bereits für den altersgerechten Umbau Fördermittel der KfW-Bank nutzen, dennoch sehen 64 Prozent der Umfrageteilnehmer der BFW-Erhebung weiteren politischen Handlungsbedarf, damit bedarfsgerechte Umbauten nicht zur Kostenfalle werden. Bei der Zielgruppe der Immobilienverwalter sind es sogar 75 Prozent. Bei dieser Gruppe steht die Forderung nach erhöhten Abschreibungsmöglichkeiten für die Schaffung von altersgerechtem Wohnraum ganz oben auf der Liste der Forderungen.
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Kategorie: Immobilien Marktdaten
