Wohnen unter Denkmalschutz

Die Wiener Werkbundsiedlung wurde damals erbaut um den Menschen zu zeigen wie in Zukunft gewohnt werden würde. Auch der kleine Arbeiter sollte sich damals ein Einfamilienhaus mit Garten leisten können. So begann im Jahr 1932 der Aufbau der Wohnsiedlung. Die wichtigsten Architekten dieser Zeit entwarfen die rund 70 Häuser als Modelle für das Wohnen der Zukunft. Noch heute werden die nicht bewohnten Wohnsiedlungen wöchentlich von vielen Besuchern besichtigt. Die Idee war es ein Einfamilienhaus mit Garten zu errichten. Die Architekten entwarfen damals Häuser mit Wohnflächen von 50 bis 110 qm. In allen Häusern wurde der vorhandene Raum optimal genutzt, sodass auch in den kleinsten Häusern Familien mit mehreren Kindern wohnen konnten.

Auch heute wohnen noch einigen Familien in den Häusern und Wohnungen der Siedlung. Doch heutzutage muss diese denkmalgeschützte Wohnsiedlung dringend saniert werden. Bei starkem Regen dringt teilweise über das Dach ungehindert Wasser in die Wohnungen ein. Aufgrund der schlechten Isolierung zahlen die Bewohner zum Teil mehr für ihre Heizung als für die Miete. Doch da dieses Gebäude, wie alle anderen der Werkbundsiedlung, unter Denkmalschutz steht dürfen die Bewohner in ihrem Haus nichts reparieren lassen. Das darf in diesem Fall nur das Denkmalamt.

Das Denkmalamt wird nun im Herbst mit der Untersuchung beginnen. Zwei leerstehende Häuser sollen vorerst von dem Amt untersucht werden, um sich einen Überblick über die Kosten einer Generalsanierung machen zu können. Ziel dieser Sanierung soll es sein den Urzustand von 1932 wieder herzustellen. Doch einen Swimmingpool oder einen Grill gab es damals noch nicht. Und da all diese Extras im Zuge der Sanierung wieder verschwinden sollen, werden derzeit Gespräche mit den Bewohnern geführt werden. Ihnen soll gezeigt werden wie die Werkbundsiedlung früher einmal aussah und man hofft darauf, dass die Bewohner sich überzeugen lassen und einer Wiederherstellung des Urzustands zustimmen. Doch das wird sich schwieriger gestalten als vermutet, denn teilweise leben die Bewohner schon seit 40 Jahren in ihren Häusern und haben alle Veränderungen ihres Hauses mitgemacht.

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